Program Books/Paul Appleby and Conor Hanick/Paul Appleby and Conor Hanick Program

Program

Robert SCHUMANN (1810–1856) An den Mond, Op. 95, No. 2
Aufträge, Op. 77, No. 5
Meine Rose, Op. 90, No. 2
Loreley, Oxp. 53, No. 2
Einsamkeit, Op. 90, No. 5
Geisternähe, Op. 77, No. 3
Ludwig van BEETHOVEN (1770–1827) An die ferne Geliebte, Op. 98
Auf dem Hügel sitz ich spähend
Wo die Berge so blau
Leichte Segler in den Höhen
Diese Wolken in den Höhen
Es kehret der Maien, es blühet die Au
Nimm sie hin denn, diese Lieder
Franz SCHUBERT (1797–1828) An den Mond, D. 259
An die Entfernte, D. 765
Der Zwerg, D. 771

Intermission

Alban BERG (1885–1935)
(arr. Apostel)
Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskarten von Peter Altenberg, Op. 4
Seele, wie bist du schöner
Sahst du nach dem Gewitterregen den Wald?
Über die Grenzen des Alls
Nichts ist gekommen
Hier ist Friede
SCHUBERT Im Frühling, D. 882
Alinde, D. 904
Abendlied für die Entfernte, D. 856
Willkommen und Abschied, D. 767
SCHUMANN Sängers Trost, Op. 127, No. 1
Die Sennin, Op. 90, No. 4
Abendlied, Op. 107, No. 6

Tonight’s program will be performed with intermission.

Texts & Translations

ROBERT SCHUMANN

An den Mond, Op. 95, No. 2 (1849)
Original text by Lord Byron (1788–1824)

Schlafloser Sonne! melanchol’scher Stern!
Dein tränenvoller Strahl erzittert fern,
Du offenbarst die Nacht, die dir nicht weich

O wie du ganz des Glücks Erinn’rung gleichst!

So glänzt auch längst vergangner Tage Licht,
Es scheint, doch wärmt sein schwaches Leuchten nicht,
Der Gram sieht wohl des Sterns Gestalt,
Scharf, aber fern, so klar, doch ach! wie kalt!

Sun of the Sleepless
German translation by Karl Theodor Körner (1791–1813)

Sun of the sleepless! melancholy star!
Your tear-stained rays tremble afar,
You revealed the darkness that you cannot dispel—

O how you are the image of remembered bliss!

So gleams the light of distant days now past
It shines, but gives no warmth with its faint gleam:
Sorrow observes the shape of that star
Distinct but distant, so clear but ah! how cold!

Aufträge, Op. 77, No. 5 (1850)
Original text by Carl Julius Grüel (1809–?), under the pseudonym Christian L’Egru

Nicht so schnelle, nicht so schnelle!
Wart ein wenig, kleine Welle!
Will dir einen Auftrag geben
An die Liebste mein.
Wirst du ihr vorüberschweben,
Grüsse sie mir fein!
Sag, ich wär mitgekommen,
Auf dir selbst herab geschwommen:
Für den Gruss einen Kuss
Kühn mir zu erbitten,
Doch der Zeit Dringlichkeit
Hätt es nicht gelitten.

Nicht so eilig! halt! erlaube,
Kleine, leichtbeschwingte Taube!
Habe dir was aufzutragen
An die Liebste mein!
Sollst ihr tausend Grüsse sagen,
Hundert obendrein.
Sag, ich wär mit dir geflogen,
Über Berg und Strom gezogen:
Für den Gruss einen Kuss
Kühn mir zu erbitten;
Doch der Zeit Dringlichkeit
Hätt es nicht gelitten.

Warte nicht, dass ich dich treibe,
O du träge Mondesscheibe!
Weisst’s ja, was ich dir befohlen
Für die Liebste mein:
Durch das Fensterchen verstohlen
Grüsse sie mir fein!
Sag, ich wär auf dich gestiegen,
Selber zu ihr hinzufliegen;
Für den Gruss einen Kuss
Kühn mir zu erbitten,
Du seist schuld, Ungeduld
Hätt mich nicht gelitten.

Orders

Not so fast, not so fast!
Wait a second, little wave!
I want to instruct you to say something
for my sweetheart.
If you glide past her,
Greet her fondly for me!
Tell her I would have come along,
Floating down you, yourself:
For my greeting, a kiss
You must boldly request in exchange,
But time was pressing
And would not permit it.

Not so hasty! Stop! Allow me,
My little light-winged dove!
I have a something I need you to tell
To my sweetheart!
Give her a thousand greetings,
and a hundred on top of that.
Tell her I would have flown with you,
Pulled along over mountain and stream:
In exchange for my greeting,
You would have boldly requested a kiss,
But time was pressing
And would not permit it.

Do not wait for me to push you,
You lazy, round moon!
You know well what I commanded you
To do for my sweetheart:
Steal in through her little window
And greet her fondly for me!
Tell her I would have climbed up on you
To fly to her myself:
In exchange for my greeting,
You would have boldly requested a kiss,
But time was pressing
And would not permit it.

Meine Rose, Op. 90, No. 2 (1850)
Original text by Nikolaus Lenau (1802–1850)

Dem holden Lenzgeschmeide,
Der Rose, meiner Freude,
Die schon gebeugt und blasser
Vom heissen Strahl der Sonnen,
Reich ich den Becher Wasser
Aus dunklem, tiefen Bronnen.

Du Rose meines Herzens!
Vom stillen Strahl des Schmerzens
Bist du gebeugt und blasser;
Ich möchte dir zu Füssen,
Wie dieser Blume Wasser,
Still meine Seele giessen!
Könnt ich dann auch nicht sehen
Dich freudig auferstehen.

My Rose

To the dear jewel of Spring,
To the rose, my joy,
Already bowed and pale
From the hot rays of the sun,
I extend a cup of water
from a dark, deep well.

You rose of my heart!
From the silent beam of pain
You are bowed and pallid;
I would like to, upon your feet,
As water for a flower,
Silently pour my soul out for you,
Even though I may not get to see
Your joyful resurrection.

Loreley, Op. 53, No. 2 (1840)
Original text by August Wilhelmine Lorenz (1784–1861)

Es flüstern und rauschen die Wogen
Wohl über ihr stilles Haus.
Es ruft eine Stimme: “Gedenke mein!
Bei stiller Nacht im Vollmondschein!
Gedenke mein!”
Und flüsternd ziehen die Wogen
Wohl über ihr stilles Haus.
“Gedenke mein!”
Lorelei

The waves whisper and rustle
Just above her silent house.
A voice calls out: “Remember me!
In the quiet, full moon-lit night
Remember me!”
And the whispering waves flow along
Just above her silent home.
“Remember me!”

Einsamkeit, Op. 90, No. 5 (1850)
Original text by Nikolaus Lenau (1802–1850)

Wild verwachs’ne dunkle Fichten,
Leise klagt die Quelle fort;
Herz, das ist der rechte Ort
Für dein schmerzliches Verzichten!

Grauer Vogel in den Zweigen,
Einsam deine Klage singt,
Und auf deine Frage bringt
Antwort nicht des Waldes Schweigen.

Wenn’s auch immer Schweigen bliebe,
Klage, klage fort; es weht,
Der dich höret und versteht,
Stille hier der Geist der Liebe.

Nicht verloren hier im Moose,
Herz, dein heimlich Weinen geht,
Deine Liebe Gott versteht,
Deine tiefe, hoffnungslose!

Loneliness

A wild overgrowth of dark spruce,
Softly, the spring shares it lament;
Heart, this is the proper place
For your painful letting go!

A grey bird in the branches
Sings your lonely song,
And to your question
The silent forest provides no answer.

Even if silence remained eternally,
Sing your lament, sing on;
The ghost of love blows silently here,
It hears and understands you.

Here among the moss, Heart,
Your secret tears are not lost.
God understands your love,
So deep and so hopeless!

Geisternähe, Op. 77, No. 3 (1850)
Original text by Friedrich Halm (1806–1871)

Was weht um meine Schläfe
Wie laue Frühlingsluft,
Was spielt um meine Wangen
Wie süsser Rosenduft?

Es ist dein holder Gedanke,
Der tröstend mich umspielt,
Es ist dein stilles Sehnen,
Was meine Schläfe kühlt!

Und was wie Harfen klänge
Um meine Sinne schwirrt,
Mein Name ist’s, der leise
Von deinen Lippen irrt.

Ich fühle deine Nähe!
Es ist dein Wunsch, dein Geist,
Der mich aus weiter Ferne
An deinen Busen reisst.

The Nearness of Your Spirit

What wafts about my temples
Like a balmy Spring breeze,
What plays around my cheeks
Like the sweet scent of roses?

It is your dear thoughts
Playing about me, comfortingly,
It is your silent yearning
That refreshes my head!

And like the Harp’s sound
Buzzes around my senses,
My own name softly
From your lips escapes.

I feel you near me!
It is your desire, your spirit,
Which from so far a distance
Draws me to your heart.

LUDWIG VAN BEETHOVEN

An die Ferne Geliebte (1816), Op. 98
Original texts by Alois Jeitteles (1794–1858)
To the distant beloved
English translations by Paul Appleby
Auf dem Hügel sitz ich spähend
Auf dem Hügel sitz ich spähend
In das blaue Nebelland,
Nach den fernen Triften sehend,
Wo ich dich, Geliebte, fand.

Weit bin ich von dir geschieden,
Trennend liegen Berg und Tal
Zwischen uns und unserm Frieden,
Unserm Glück und unsrer Qual.

Ach, den Blick kannst du nicht sehen,
Der zu dir so glühend eilt,
Und die Seufzer, sie verwehen
In dem Raume, der uns teilt.

Will denn nichts mehr zu dir dringen,
Nichts der Liebe Bote sein?
Singen will ich, Lieder singen,
Die dir klagen meine Pein!

Denn vor Liebesklang entweichet
Jeder Raum und jede Zeit,
Und ein liebend Herz erreichet
Was ein liebend Herz geweiht!

Upon the hill I sit, gazing
Upon the hill I sit, gazing
Into the blue, hazy countryside,
Looking toward that distant pasture,
Where first, my love, I found you.

Far away I am cut off from you,
Mountain and Valley separate us,
And lie between us and our peace,
Our happiness and our pain.

Ah, you cannot perceive the gaze
That ardently flies to you,
And my sighs, they blow away
Into the space that divides us.

Will nothing else reach you,
Nothing be the messenger of my love?
I want to sing, to sing songs,
Laments to tell you of my pain!

Because before the sound of song,
Distance and time disappear,
And a loving heart can clasp
That which a loving heart has consecrated!

Wo die Berge so blau
Wo die Berge so blau
Aus dem nebligen Grau
Schauen herein,
Wo die Sonne verglüht,
Wo die Wolke umzieht,
Möchte ich sein!

Dort im ruhigen Tal
Schweigen Schmerzen und Qual.
Wo im Gestein
Still die Primel dort sinnt,
Weht so leise der Wind,
Möchte ich sein!

Hin zum sinnigen Wald
Drängt mich Liebesgewalt,
Innere Pein.
Ach, mich zög’s nicht von hier,
Könnt ich, Traute, bei dir
Ewiglich sein!

Where the mountains, so blue
Where the mountains, so blue,
From behind the cloudy grey
Peer in,
Where the sun has burned out
Where the clouds shift along,
There would I like to be!

There in the peaceful valley
Pain and torment are silenced.
Where, among the rocks,
The primrose ponders silently,
And the wind blows so gently,
There would I like to be!

Into the woods of rumination
Love’s force pushes me,
And the pain inside.
Ah, nothing could drag me away from here
If I could, my true love,
Be with you forever.

Leichte Segler in den Höhen
Leichte Segler in den Höhen,
Und du, Bächlein klein und schmal,
Könnt mein Liebchen ihr erspähen,
Grüßt sie mir viel tausendmal.

Seht ihr, Wolken, sie dann gehen
Sinnend in dem stillen Tal,
Laßt mein Bild vor ihr entstehen
In dem luft’gen Himmelssaal.

Wird sie an den Büschen stehen,
Die nun herbstlich falb und kahl.
Klagt ihr, wie mir ist geschehen,
Klagt ihr, Vöglein, meine Qual.

Stille Weste, bringt im Wehen
Hin zu meiner Herzenswahl
Meine Seufzer, die vergehen
Wie der Sonne letzter Strahl.

Flüstr’ ihr zu mein Liebesflehen,
Laß sie, Bächlein klein und schmal,
Treu in deinen Wogen sehen
Meine Tränen ohne Zahl!

Smooth sailor of the skies,
Smooth sailor of the skies,
And you, small and slender stream,
If you can spot my sweetheart,
Send her a thousand salutations from me.

If you see her, clouds, passing by
Lost in thought along the mute meadow,
Erect an image of me before her
In the airy dome of heaven.

And if she is to be found among the bushes,
Bald and barren, autumnal now,
Tell her what has become of me,
Tell her, little bird, of my agony.

Silent west winds, on your way
To my heart’s chosen one,
Carry my sighs, which fade away
Like the last rays of the sun.

Whisper to her my plea for her love,
Allow her, small and slender stream,
To see in your waves, truly,
My tears untold!

Diese Wolken in den Höhen
Diese Wolken in den Höhen,
Dieser Vöglein muntrer Zug,
Werden dich, o Huldin, sehen.
Nehmt mich mit im leichten Flug!

Diese Weste werden spielen
Scherzend dir um Wang’ und Brust,
In den seidnen Locken wühlen—
Teilt ich mit euch diese Lust!

Hin zu dir von jenen Hügeln
Emsig dieses Bächlein eilt.
Wird ihr Bild sich in dir spiegeln,
Fließ zurück dann unverweilt!

May these clouds in the heavens
May these clouds in the heavens,
May these birds in frolicsome flight
See you, your Grace,
And take me with them on their breezy way!

The wind from the west will joke and play
Cheerfully about your cheeks and chest
And burrow into your silky hair—
Let me in on the fun!

Down to you from those hills
This restless little river rushes—
If her reflection lights upon you,
Send it back to me without delay!

Es kehret der Maien, es blühet die Au
Es kehret der Maien,
Es blühet die Au,
Die Lüfte, sie wehen
So milde, so lau,
Geschwätzig die Bäche nun rinnen.

Die Schwalbe, die kehret
Zum wirtlichen Dach,
Sie baut sich so emsig
Ihr bräutlich Gemach,
Die Liebe soll wohnen da drinnen.

Sie bringt sich geschäftig
Von kreuz und von Quer
Manch weicheres Stück
Zu dem Brautbett hieher,
Manch wärmendes Stück für die Kleinen.

Nun wohnen die Gatten
Beisammen so treu,
Was Winter geschieden,
Verband nun der Mai,
Was liebet, das weiß er zu einen.

Es kehret der Maien,
Es blühet die Au.
Die Lüfte, sie wehen
So milde, so lau;
Nur ich kann nicht ziehen von hinnen.

Wenn alles, was liebet,
Der Frühling vereint,
Nur unserer Liebe
Kein Frühling erscheint,
Und Tränen sind all ihr Gewinnen.

May returns, the prairie blooms.
May returns,
The prairie blossoms,
The breezes, they blow
So mild, so gentle,
Chattily now the streams flow again.

The swallow, she returns
To her rooftop home
And busily builds
her bridal chamber—
Love shall reside within it.

Industriously she gathers together
From all over the place
Many soft bits and pieces
For the bridal bed in there,
And many scraps to keep the little ones warm.

Now live the spouses
Together, devotedly,
What winter separated,
May has brought together—
It knows how to unite those that love.

May returns,
The prairie blossoms,
The breezes, they blow
So mild, so gentle,
I alone cannot move on.

Although spring reunites
All that love,
For our love alone
No spring arrives,
And tears are all there is to be gained.

Nimm sie hin denn, diese Lieder
Nimm sie hin denn, diese Lieder,
Die ich dir, Geliebte, sang,
Singe sie dann abends wieder
Zu der Laute süßem Klang!

Wenn das Dämmrungsrot dann ziehet
Nach dem stillen blauen See,
Und sein letzter Strahl verglühet
Hinter jener Bergeshöh;

Und du singst, was ich gesungen,
Was mir aus der vollen Brust
Ohne Kunstgepräng erklungen,
Nur der Sehnsucht sich bewußt:

Dann vor diesen Liedern weichet
Was geschieden uns so weit,
Und ein liebend Herz erreichet
Was ein liebend Herz geweiht!

Take, o take these songs, then,
Take, o take these songs, then,
The ones I sang for you, my love,
Sing them again in the evening
To the sweet tones of the lute!

When the red of twilight draws down
Toward the silent, blue lake,
And its last ray burns out
Behind the mountaintops;

And you sing what I sang
That which, from out of my bursting breast,
Rang out, free of artfulness,
Aware only of my longing:

Then, before these songs,
That which separates us disappears,
And a loving heart can clasp
That which a loving heart has consecrated!

FRANZ SCHUBERT (1797–1828)

An den Mond, D. 259
Original text by Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz.

Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge, mild
Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh- und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud and Schmerz
In der Einsamkeit

Fliesse, fliesse, lieber Fluss!
Nimmer werd ich froh;
So verrauschte Scherz und Kuss,
Und die Treue so.

Rausche, Fluss, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu,

Wenn du in der Winternacht
Wütend überschwillst,
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Hass verschliesst,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem geniesst,

Was, von Menschen nicht gewusst
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.

To The Moon

Once more you silently fill wood and vale
with your hazy gleam
and at last
set my soul quite free.

You cast your soothing gaze
over my fields;
with a friend’s gentle eye
you watch over my fate.

My heart feels every echo
of times both glad and gloomy.
I hoer between joy and sorrow
in my solitude.

Flow on, beloved river!
I shall never be happy:
thus have laughter and kisses rippled away,
and with them constancy.

Murmur on, river, through the valley,
without ceasing,
murmur on, whispering melodies
to my song,

When on winter nights
you angrily overflow,
or when you bathe the springtime splendour
of the young buds.

Happy he who, without hatred,
shuts himself off from the world,
holds one friend to his heart,
and with him enjoys

That which, unknown to
and undreamt of by men,
wanders by night
through the labyrinth of the heart.—translation © Richard Stokes

An die Entfernte, D. 765 (1822)
Original text by Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

So hab’ ich wirklich dich verloren?
Bist du, o Schöne, mir entflohn?
Noch klingt in den gewohnten Ohren
Ein jedes Wort, ein jeder Ton.

So wie des Wandrers Blick am Morgen
Vergebens in die Lüfte dringt,
Wenn, in dem blauen Raum verborgen,
Hoch über ihm die Lerche singt:

So dringet ängstlich hin und wieder
Durch Feld und Busch und Wald mein Blick;
Dich rufen alle meine Lieder:
“O komm, Geliebte, mir zurück!”

To The Distant Beloved

Have I really lost you?
Have you fled from me, fairest love?
Every word, every tone
still sounds in my well-accustomed ears.

As in the morning the traveller’s gaze
searches the heavens in vain
when, concealed in the blue firmament,
the lark sings high above him:

So my gaze searches anxiously back and forth
through field, thicket and woodland;
all my songs call out to you:
“Come back to me, beloved!”—translation © Richard Wigmore

Der Zwerg, D. 771 (1822)
Original Text by Heinrich von Collin (1771–1811)

Im trüben Licht verschwinden schon die Berge,
Es schwebt das Schiff auf glatten Meereswogen,
Worauf die Königin mit ihrem Zwerge.

Sie schaut empor zum hochgewölbten Bogen,
Hinauf zur lichtdurchwirkten blauen Ferne;
Die mit der Milch des Himmels blass durchzogen.

“Nie, nie habt ihr mir gelogen noch, ihr Sterne,”
So ruft sie aus, “bald werd’ ich nun entschwinden,
Ihr sagt es mir, doch sterb’ ich wahrlich gerne.”

Da tritt der Zwerg zur Königin, mag binden
Um ihren Hals die Schnur von roter Seide,
Und weint, als wollt’ er schnell vor Gram erblinden.

Er spricht: “Du selbst bist schuld an diesem Leide,
Weil um den König du mich hast verlassen,
Jetzt weckt dein Sterben einzig mir noch Freude.

“Zwar werd’ ich ewiglich mich selber hassen,
Der dir mit dieser Hand den Tod gegeben,
Doch musst zum frühen Grab du nun erblassen.”

Sie legt die Hand aufs Herz voll jungem Leben,
Und aus dem Aug’ die schweren Tränen rinnen,
Das sie zum Himmel betend will erheben.

“Mögst du nicht Schmerz durch meinen Tod gewinnen!”
Sie sagt’s, da küsst der Zwerg die bleichen Wangen,
D’rauf alsobald vergehen ihr die Sinnen.

Der Zwerg schaut an die Frau, von Tod befangen,
Er senkt sie tief ins Meer mit eig’nen Handen.
Ihm brennt nach ihr das Herz so voll Verlangen,
An keiner Küste wird er je mehr landen.

The Dwarf

In the dim light the mountains already fade;
the ship drifts on the sea’s smooth swell,
with the queen and her dwarf on board.

She gazes up at the high arching vault,
at the blue distance, interwoven with light,
streaked with the pale milky way.

“Stars, never yet have you lied to me,”
she cries out. “Soon now I shall be no more.
You tell me so; yet in truth I shall die gladly.”

Then the dwarf comes up to the queen, begins
to tie the cord of red silk about her neck,
and weeps, as if he would soon go blind with grief.

He speaks: “You are yourself to blame for this
suffering, because you have forsaken me for the king;
now your death alone can revive joy within me.

“Though I shall forever hate myself
for having brought you death by this hand,
yet now you must grow pale for an early grave.”

She lays her hand on her heart, so full of youthful
life, and heavy tears flow from her eyes
which she would raise to heaven in prayer.

“May you reap no sorrow from my death!”
she says; then the dwarf kisses her pale cheeks,
whereupon her senses fade.

The dwarf looks upon the lady in the grip of death;
he lowers her with his own hands deep into the sea.
His heart burns with such longing for her,
he will never again land on any shore.—translation © Richard Wigmore

ALBAN BERG (1885–1935)

Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskarten von Peter Altenberg, Op. 4 (1911)
Original Texts by Peter Altenberg (1859–1919)
Five Orchestral Songs after Postcards by Peter Altenberg
English translations by Paul Appleby
Seele, wie bist du schoner
Seele, wie bist du schöner, tiefer, nach Schneestürmen.
Auch du hast sie, gleich der Natur.
Und über beiden liegt noch ein trüber Hauch,
eh’ das Gewölk sich verzog!
Soul, how deep and more beautiful you are
Soul, how deep and more beautiful you are after snowstorms.
You, too, have them, just like Nature.
And over both there lies a faint, dark, dreariness
before the clouds depart!
Sahst du nach dem Gewitterregen
Sahst du nach dem Gewitterregen den Wald?
Alles rastet, blinkt und ist schöner als zuvor.
Siehe, Fraue, auch du brauchst Gewitterregen!
Have you seen the woods after a thunderstorm?
Have you seen the woods after a thunderstorm?
Everything reposes, gleams and is lovelier than before.
See, ladies, you need thunderstorms, too!
Über die Grenzen des All 
Über die Grenzen des All blicktest du sinnend hinaus;
Hattest nie Sorge um Hof und Haus!
Leben und Traum vom Leben, plötzlich ist alles aus ….
Über die Grenzen des All blickst du noch sinnend hinaus!
Beyond the boundaries of existence
Thoughtfully, you looked beyond the boundaries of existence;
You never had worries about hearth and home!
Life and the dream of life, suddenly everything is over….
Thoughtfully, you looked beyond the boundaries of existence,
Nichts is gekommen
Nichts ist gekommen, nichts wird kommen für meine Seele.
Ich habe gewartet, gewartet, oh – gewartet!
Die Tage werden dahinschleichen, und umsonst wehen
meine aschblonden seidenen Haare um mein bleiches Antlitz!
Nothing came
Nothing came, nothing will come for my Soul.
I have waited, waited, oh—waited!
The days will creep along, and in vain
my silken, ash-blond hair blows over my pallid face!
Hier ist Friede
Hier ist Friede. Hier weine ich mich aus über alles!
Hier löst sich mein unfaßbares, unermeßliches Leid,
das mir die Seele verbrennt…
Siehe, hier sind keine Menschen, keine Ansiedlungen.
Hier ist Friede! Hier tropft Schnee leise in Wasserlachen…
Here is Peace
Here is Peace. Here I can cry it all out!
Here is let go the incomprehensible, immeasurable pain
that burns my soul…
See, there are no people here, no settlements. Here is Peace!
Here the snow drops gently into puddles of water…
SCHUBERT

Im Frühling, D. 882 (1826)
Original text by Ernst Schulze (1789–1817)

Still sitz ich an des Hügels Hang,
Der Himmel ist so klar,
Das Lüftchen spielt im grünen Tal,
Wo ich beim ersten Frühlingsstrahl
Einst, ach, so glücklich war.

Wo ich an ihrer Seite ging
So traulich und so nah,
Und tief im dunkeln Felsenquell
Den schönen Himmel blau und hell,
Und sie im Himmel sah.

Sieh, wie der bunte Frühling schon
Aus Knosp’ und Blüte blickt!
Nicht alle Blüten sind mir gleich,
Am liebsten pflückt’ ich von dem Zweig,
Von welchem sie gepflückt.

Denn alles ist wie damals noch,
Die Blumen, das Gefild;
Die Sonne scheint nicht minder hell,
Nicht minder freundlich schwimmt im Quell
Das blaue Himmelsbild.

Es wandeln nur sich Will und Wahn,
Es wechseln Lust und Streit,
Vorüber flieht der Liebe Glück,
Und nur die Liebe bleibt zurück,
Die Lieb’ und ach, das Leid!

O wär ich doch ein Vöglein nur
Dort an dem Wiesenhang!
Dann blieb’ ich auf den Zweigen hier,
Und säng ein süsses Lied von ihr,
Den ganzen Sommer lang.

In Spring

I sit silently on the hillside.
Sie warten mein unter der Linde.
The sky is so clear, the breezes play in the green valley
where once, in the first rays of spring,
I was, oh, so happy.

Where I walked by her side,
so tender, so close,
and saw deep in the dark rocky stream
the fair sky, blue and bright,
and her reflected in that sky.

See how the colourful spring
already peeps from bud and blossom.
Not all the blossoms are the same to me:
I like most of all to pluck them from the branch
from which she has plucked.

For all is still as it was then,
the flowers, the fields;
the sun shines no less brightly,
and no less cheerfully,
the sky’s blue image bathes in the stream.

Only will and delusion change,
and joy alternates with strife;
the happiness of love flies past,
and only love remains;
love and, alas, sorrow.

Oh, if only I were a bird,
there on the sloping meadow!
Then I would stay on these branches here,
and sing a sweet song about her
all summer long.

—translation © Richard Wigmore

Alinde, D. 904 (1827)
Original Text by Johann Rochlitz (1769–1842)

Die Sonne sinkt ins tiefe Meer,
Da wollte sie kommen.
Geruhig trabt der Schnitter einher,
Mir ist’s beklommen.

“Hast, Schnitter, mein Liebchen nicht gesehn?
Alinde, Alinde!”
“Zu Weib und Kindern muss ich gehn,
Kann nicht nach andern Dirnen sehn;
Sie warten mein unter der Linde.”

Der Mond betritt die Himmelsbahn,
Noch will sie nicht kommen.
Dort legt der Fischer das Fahrzeug an,
Mir ist’s beklommen.

“Hast, Fischer, mein Liebchen nicht gesehn?
Alinde, Alinde!”
“Muss suchen, wie mir die Reusen stehen,
Hab nimmer Zeit nach Jungfern zu gehen,
Schau, welch einen Fang ich finde.”

Die lichten Sterne ziehn herauf,
Noch will sie nicht kommen.
Dort eilt der Jäger in rüstigem Lauf,
Mir ist’s beklommen.

“Hast, Jäger, mein Liebchen nicht gesehn?
Alinde, Alinde!”
“Muss nach dem bräunlichen Rehbock gehen,
Hab nimmer Lust nach Mädeln zu sehn;
Dort schleicht er im Abendwinde.”

In schwarzer Nacht steht hier der Hain,
Noch will sie nicht kommen.
von allen Lebendgen irr ich allein,
Bang und beklommen.

“Dir, Echo, darf ich mein Leid Gesten:
Alinde, Alinde!”
“Alinde,” liess Echo leise herüberwehn;
Da sah ich sie mir zur Seite stehn:
“Du suchtest so treu, nun finde!”

Alinde

The sun sinks into the deep sea,
She was supposed to come.
Calmly the reaper trots by,
I’m worried.

‘Reaper, have you not seen my girlfriend?
Alinde! Alinde!’
‘I have to get to my wife and children,
I can’t be looking after some other broad;
They are waiting for me beneath the linden tree.’

The moon steps into its heavenly path,
Yet she still does not come.
There a fisherman docks his boat,
I’m worried.

‘Fisherman, have you not seen my girlfriend?
Alinde! Alinde!’
‘I have to see how my fish traps did today,
I never have time to chase after girls;
But hey, look, what a catch!’

The bright stars are drawing up,
And still she does not come.
The hunter hurries by at a quick clip,
I’m worried.

‘Hunter, have you not seen my girlfriend?
Alinde! Alinde!’
‘I’m going after that little brown buck,
Hunting for girls isn’t really my thing;
There! He’s sneaking off in the evening breeze.’

Here in blackest night stands the grove,
And still she does not come.
Away from the living I wander alone,
Stressed and worried.

‘To you, Echo, may I confess my sorrow:
Alinde! Alinde!’
‘Alinde,’ the soft echo floated back;
Then I saw her standing at my side.
‘You searched so devotedly, and you have found me.’—translation Paul Appleby

Abendlied für die Entfernte, D. 856 (1825)
Original text by August Wilhelm von Schlegel (1767–1845)

Hinaus mein Blick! hinaus ins Tal!
Da wohnt noch Lebensfülle;
Da labe dich im Mondenstrahl
Und an der heil’gen Stille.
Da horch nun ungestört, mein Herz,
Da horch den leisen Klängen,
Die, wie von fern, zu Wonn’ und Schmerz
Sich dir entgegen drängen.

Sie drängen sich so wunderbar,
Sie regen all mein Sehnen.
O sag mir Ahnung, bist du wahr?
Bist du ein eitles Wähnen?
Wird einst mein Aug’ in heller Lust,
Wie jetzt in Tränen, lächeln?
Wird einst die oft empörte Brust
Mir sel’ge Ruh umfächeln?

Wenn Ahnung und Erinnerung
Vor unserm Blick sich gatten,
Dann mildert sich zur Dämmerung
Der Seele tiefster Schatten.
Ach, dürften wir mit Träumen nicht
Die Wirklichkeit verweben,
Wie arm an Farbe, Glanz und Licht
Wärst du, o Menschenleben!

So hoffet treulich und beharrt
Das Herz bis hin zum Grabe;
Mit Lieb’ umfasst’s die Gegenwart,
Und dünkt sich reich an Habe.
Die Habe, die es selbst sich schafft,
Mag ihm kein Schicksal rauben;
Es lebt und webt in Wärm’ und Kraft,
Durch Zuversicht und Glauben.

Und wär in Nacht und Nebeldampf
Auch Alles rings erstorben,
Dies Herz hat längst für jeden Kampf
Sich einen Schild erworben.
Mit hohem Trotz im Ungemach
Trägt es, was ihm beschieden.
So schlummr’ich ein, so werd’ ich wach,
In Lust nicht, doch in Frieden.

Evening Song for the Distant Beloved

Gaze out, eyes, gaze out to the valley!
There abundant life still dwells.
Refresh yourself there in the moonlight,
and in the sacred peace.
Listen, heart, now undisturbed,
listen to the soft sounds
that press upon you, as from afar,
for joy and for sorrow.

They throng about so wonderfully,
stirring all my longings.
Oh tell me, presentiment, are you true?
or are you an idle delusion?
Will my eyes someday in bright pleasure
smile, as they do now in tears?
Will my heart, so often outraged,
one day be suffused with blissful peace?

When presentiment and memory
are joined before our eyes,
then at twilight
the soul’s deepest shadows grow softer.
Ah, if we could not
interweave reality with dreams,
how poor you would be, human life,
in colour, lustre and light!

Thus the heart remains constant,
hoping faithfully unto the grave;
with love it embraces the present,
and deems itself rich in possessions.
The possessions which it creates itself
no fate can snatch from it.
It lives and works in warmth and strength,
through trust and faith.

And if all around lies dead
in night and mist,
this heart has long ago won
a shield for every battle.
In adversity it endures its fate
with lofty defiance.
And so I fall asleep, so I awake,
if not in joy, yet in peace.—translation © Richard Wigmore

Wilkommen und Abschied, D. 767 (1822)
Original Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh’ gedacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hing die Nacht;
Schon stand im Nebelkleid die Eiche,
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsterniss aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr;
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
Floss von dem süssen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich—Ihr Götter!
Ich hofft’ es, ich verdient’ es nicht!
Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!

In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden,
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!

Greeting and Farewell

My heart pounded, quick, to horse!
No sooner thought than done;
Evening already cradled the earth,
And night clung to the hills;
The oak-tree loomed in its misty cloak,
Towering like a giant, there,
Where darkness peered from bushes
With a hundred jet-black eyes.

The moon gazed from a bank of cloud
Mournfully through the haze,
The winds softly beat their wings,
Whirred eerily about my ears;
Night brought forth a thousand monsters,
Yet I was buoyant and bright:
What fire in my veins!
What ardour in my heart!

I saw you, felt the gentle joy
Of your sweet eyes flood over me;
My heart was wholly at your side
And every breath I took for you.
A rose-red light of spring
Framed her lovely face,
And tenderness for me—O gods!
This I had hoped but never deserved!
But alas, with the morning sun,
Parting now constricts my heart:
In your kisses what delight!

In your eyes what pain!
In went, you stood there gazing down,
And gazed moist-eyed after me:
And yet, what joy to be loved!
And to be in love, O gods, what joy!—translation © Richard Stokes

SCHUMANN

Sängers Trost, Op. 127, No. 1 (1840)
Original Text by Justinus Kerner (1786–1862)

Weint auch einst kein Liebchen
Tränen auf mein Grab,
Träufeln doch die Blumen
Milden Tau hinab;

Weilt an ihm kein Wandrer
Im Vorüberlauf,
Blickt auf seiner Reise
Doch der Mond darauf.

Denkt auf diesen Fluren
Bald kein Erdner mein,
Denkt doch mein die Aue
Und der stille Hain.

Blumen, Hain und Aue,
Stern und Mondenlicht,
Die ich sang, vergessen
Ihres Sängers nicht.

Singer’s Consolation

Although one day no love
Will weep over my grave,
Flowers, however, will trickle
Gentle dew upon it.

No travelers will linger there
As they pass by,
Yet on its journey, the moon
Will gaze down on it.

Soon, along this passage
No earthly creature will think of me,
But the pasture will remember me,
And the silent grove.

Flowers, grove and pasture,
Stars and moonlight
Of whom I sang, will not forget
Their singer.

Die Sennin, Op. 90, No. 4 (1850)
Original text by Nikolaus Lenau (1802–1850)

Schöne Sennin, noch einmal
Singe deinen Ruf ins Tal,
Dass die frohe Felsensprache
Deinem hellen Ruf erwache.

Horch, o Sennin, wie dein Sang
In die Brust den Bergen drang,
Wie dein Wort die Felsenseelen
Freudig fort und fort erzählen!

Aber einst, wie Alles flieht,
Scheidest du mit deinem Lied,
Wenn dich Liebe fortbewogen,
Oder dich der Tod entzogen.

Und verlassen werden stehn,
Traurig stumm herübersehn
Dort die grauen Felsenzinnen
Und auf deine Lieder sinnen.

The Cowgirl (Die Sennin)

Lovely cowgirl, once more
Sing out your call into the valley,
So that your clear call
Awakes the cliff’s cheerful echo.

Listen, cowgirl, how your singing
Has penetrated the heart of the mountains,
How the souls of those rocks
Joyfully repeat your words!

But one day, as all things pass away,
You will depart with your song,
When love has pulled you away
Or death has taken you.

And there will stand abandoned—
Looking down in silent sadness—
The grey, rocky heights,
Will think back to your songs.

Abendlied, Op. 107, No. 6 (1851)
Original Text by Johann Gottfried Kinkel (1815–1882)

Es ist so still geworden,
Verrauscht des Abends Weh’n;
Nun hört man aller Orten
Der Engel Füsse geh’n.
Rings in die Tiefe senket
Sich Finsterniss mit Macht;
Wirf ab, Herz, was dich kränket
Und was dir bange macht!

Nun steh’n im Himmelskreise
Die Stern’ in Majestät;
In gleichem, festem Gleise
Der goldne Wagen geht.
Und gleich den Sternen lenket
Er deinen Weg durch Nacht;
Wirf ab, Herz, was dich kränket
Und was dir bange macht!

Evening Song

It has grown so quiet;
The evening’s noise has faded;
Now one can hear all about
The footsteps of the angels.
All around, into the depths
Darkness sinks down with power;
Cast off, heart, that which makes you unwell
And that which troubles you!

Now in the circle of the heavens stand
The stars in their majesty;
Along the same, unchanging track
The golden carriage rolls.
And, like the stars,
It guides your path through the night;
Cast off, heart, that which makes you unwell
And that which troubles you!